19e eeuw

kunstlied en volkslied

Hier een vergelijking tussen volks- en kunstliederen. Volksliederen kunnen heel oud zijn, uit de middeleeuwen of later, maar veel volksliederen zijn ook gewoon bedacht in de 18e en 19e eeuw. Als ze maar voldoen aan de volgende kenmerken en ze populair genoeg worden is of wordt het een volkslied. Het fenomeen volkslied is in onze tijd aan het uitsterven omdat er te veel muziek is, en die is ook nog eens erg tijdelijk of alleen voor een bepaalde subcultuur. Misschien kan je de top-2000 als een soort opvolger zien. Of moeten we aan de liederen van het voetbalpubliek denken? In landen zoals Ierland is nog volop levende volksmuziek.

Volkslied

 

Kunstlied

Melodie

eenvoudige, herkenbare motieven

minder voor de hand liggend

Tekst

ongekunsteld, recht voor z'n raap

literair , meer diepgang, kunstzinnige invalshoek

Stemgebruik

direct, non-vibrato , kleine omvang

geschoold, bel canto

Begeleiding

Simpel, veel herhaling

complex, subtiel

vorm

herhalingen, korte evenlange zinnen, coupletlied

doorbreking periodebouw, coupletlied, gevarieerd coupletlied of doorgecomponeerd

Uitvoering

a capella of bourdon of enkele akkoorden , vooral zang, instrumenten vrij te kiezen maar eenvoudig te bespelen.

zang met piano of orkest

Voor wie?

voor iedereen zonder pretenties of scholing

voor geschoolde luisteraars

Volksliederen

Opdracht 1

Beluister onderstaande volksliedjes en realiseer je bovenstaande kenmerken. Wat zijn de verschillen en wat de overeenkomsten tussen deze twee volksliedjes?

 

Opdracht 2

Beluister en volg de tekst van het lied 'der Erlkönig' (tekst van Goethe, muziek van Schubert) Het stuk gaat over een doodziek kind dat over zijn vader droomt. Met hem in zijn armen rijdt die 's nachts te paard naar huis. Dan ziet de jongen de elfenkoning, een symbool van de dood, die hem probeert mee te lokken naar de ’andere zijde’. Het angstige kind roept naar zijn vader om hulp. De elfenkoning probeert het opnieuw, uiteindelijk dreigt hij het kind met geweld mee te nemen. Als de vader en het kind op hun bestemming komen, blijkt de jongen gestorven te zijn.

 

Der Erlkönig

Erzähler:

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Wie rijdt er zo laat door nacht en wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind; Het is de vader met zijn kind
Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Hij heeft het knaapje in zijn armen
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm. Hij houdt hem stevig vast, hij houdt hem warm

Vater:

"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?" Mijn zoon, waarom verberg je je angstige gezicht?

Kind:

"Siehst Vater, du den Erlkönig nicht? Ziet U, Vader, de Elfenkoning niet?|
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?" De Elfenkoning met kroon en versierselen?

Vater:

"Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif." Mijn zoon, het is een nevelsliert

Erlkönig

"Du liebes Kind, komm, geh mit mir! Jij lief kind, kom met mij mee
Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir; Ik speel leuke spelletjes met jou
Manch' bunte Blumen sind an dem Strand, Er zijn veel mooie bloemen bij het strand
"Meine Mutter hat manch' gülden Gewand." Mijn moeder heeft vele gouden gewaden

Kind:

"Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht, Mijn vader, mijn vader, hoor je niet
Was Erlenkönig mir leise verspricht?" Wat de Elfenkoning me zachtjes belooft?

Vater:

"Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind; Wees rustig, blijf rustig mijn kind
In dürren Blättern säuselt der Wind." in de dorre blaadjes ruist de wind

Erlkönig:

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn? Wil jij, mooi jochie, met me meegaan?
Meine Töchter sollen dich warten schon; Mijn dochters zullen al op je wachten
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn, Mijn dochters leiden de nachtelijke dans
Und wiegen und tanzen und singen dich ein." En wiegen en dansen en zingen je toe

Kind:

"Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Mijn vader, mijn vader, en zie je niet daar
Erlkönigs Töchter am düstern Ort?" de dochters van de Elfenkoning op een duistere plaats?

Vater:

"Mein Sohn, mein Sohn, ich seh's genau: Mijn zoon, mijn zoon, ik zie het goed:
Es scheinen die alten Weiden so grau." De kleur van de oude weides is zo grauw

Erlkönig:

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt: Ik hou van je, mij bekoort je mooie gestalte
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt." En ga je niet uit jezelf dan gebruik ik geweld

Kind:

"Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an! Mijn vader, mijn vader, hij pakt me beet!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!" Elfenkoning heeft me pijn gedaan!

Erzähler:

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind, De vader lopen de rillingen over de rug, hij rijdt zeer snel
Er hält in den Armen das ächzende Kind, Hij houdt het kreunende kindin zijn armen ,
Erreicht den Hof mit Müh' und Not; Komt vermoeid en ternauwernood thuis
In seinen Armen das Kind war tot. In zijn armen lag het dode kind.

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Winterreise

tekst: Wilhelm Müller
muziek Franz Schubert
geschreven in 1827

Opdracht 1

Deze cyclus is een symbolische reis door het leven, een zoektocht naar zichzelf. Wat wordt er in het laatste lied uitgebeeld en welke muzikale middelen gebruikt Schubert hiervoor?

Opdracht 2

Kies drie van deze liederen en analyseer op vorm. er zijn globaal drie mogelijkheden: een coupletlied, een gevarieerd coupletlied of een doorgecomponeerd lied. Vat samen in vormrschema met letters, accenten e.d. Op Youtube of Spotify kan je de muziek vinden.

Gute Nacht

Fremd bin ich eingezogen,
Fremd zieh' ich wieder aus.
Der Mai war mir gewogen
Mit manchem Blumenstrauß.
Das Mädchen sprach von Liebe,
Die Mutter gar von Eh', -
Nun ist die Welt so trübe,
Der Weg gehüllt in Schnee.

Ich kann zu meiner Reisen
Nicht wählen mit der Zeit,
Muß selbst den Weg mir weisen
In dieser Dunkelheit.
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit,
Und auf den weißen Matten
Such' ich des Wildes Tritt.

Was soll ich länger weilen,
Daß man mich trieb hinaus ?
Laß irre Hunde heulen
Vor ihres Herren Haus;
Die Liebe liebt das Wandern -
Gott hat sie so gemacht -
Von einem zu dem andern.
Fein Liebchen, gute Nacht !

Will dich im Traum nicht stören,
Wär schad' um deine Ruh'.
Sollst meinen Tritt nicht hören -
Sacht, sacht die Türe zu !
Schreib im Vorübergehen
Ans Tor dir: Gute Nacht,
Damit du mögest sehen,
An dich hab' ich gedacht.

Die Wetterfahne

Der Wind spielt mit der Wetterfahne
Auf meines schönen Liebchens Haus.
Da dacht' ich schon in meinem Wahne,
Sie pfiff den armen Flüchtling aus.

Er hätt' es eher bemerken sollen,
Des Hauses aufgestecktes Schild,
So hätt' er nimmer suchen wollen
Im Haus ein treues Frauenbild.

Der Wind spielt drinnen mit den Herzen
Wie auf dem Dach, nur nicht so laut.
Was fragen sie nach meinen Schmerzen ?
Ihr Kind ist eine reiche Braut.

Gefror'ne Tränen

Gefrorne Tropfen fallen
Von meinen Wangen ab:
Ob es mir denn entgangen,
Daß ich geweinet hab' ?

Ei Tränen, meine Tränen,
Und seid ihr gar so lau,
Daß ihr erstarrt zu Eise
Wie kühler Morgentau ?

Und dringt doch aus der Quelle
Der Brust so glühend heiß,
Als wolltet ihr zerschmelzen
Des ganzen Winters Eis !

Erstarrung

Ich such' im Schnee vergebens
Nach ihrer Tritte Spur,
Wo sie an meinem Arme
Durchstrich die grüne Flur.

Ich will den Boden küssen,
Durchdringen Eis und Schnee
Mit meinen heißen Tränen,
Bis ich die Erde seh'.

Wo find' ich eine Blüte,
Wo find' ich grünes Gras ?
Die Blumen sind erstorben,
Der Rasen sieht so blaß.

Soll denn kein Angedenken
Ich nehmen mit von hier ?
Wenn meine Schmerzen schweigen,
Wer sagt mir dann von ihr ?

Mein Herz ist wie erstorben,
Kalt starrt ihr Bild darin;
Schmilzt je das Herz mir wieder,
Fließt auch ihr Bild dahin !

Der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum;
Ich träumt' in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.

Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud' und Leide
Zu ihm mich immer fort.

Ich mußt' auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab' ich noch im Dunkeln
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier find'st du deine Ruh' !

Die kalten Winde bliesen
Mir grad' ins Angesicht;
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör' ich's rauschen:
Du fändest Ruhe dort !

Wasserflut

Manche Trän' aus meinen Augen
Ist gefallen in den Schnee;
Seine kalten Flocken saugen
Durstig ein das heiße Weh.

Wenn die Gräser sprossen wollen
Weht daher ein lauer Wind,
Und das Eis zerspringt in Schollen
Und der weiche Schnee zerrinnt.

Schnee, du weißt von meinem Sehnen,
Sag', wohin doch geht dein Lauf ?
Folge nach nur meinen Tränen,
Nimmt dich bald das Bächlein auf.

Wirst mit ihm die Stadt durchziehen,
Muntre Straßen ein und aus;
Fühlst du meine Tränen glühen,
Da ist meiner Liebsten Haus.

Auf dem Fluße

Der du so lustig rauschtest,
Du heller, wilder Fluß,
Wie still bist du geworden,
Gibst keinen Scheidegruß.

Mit harter, starrer Rinde
Hast du dich überdeckt,
Liegst kalt und unbeweglich
Im Sande ausgestreckt.

In deine Decke grab' ich
Mit einem spitzen Stein
Den Namen meiner Liebsten
Und Stund' und Tag hinein:

Den Tag des ersten Grußes,
Den Tag, an dem ich ging;
Um Nam' und Zahlen windet
Sich ein zerbroch'ner Ring.

Mein Herz, in diesem Bache
Erkennst du nun dein Bild ?
Ob's unter seiner Rinde
Wohl auch so reißend schwillt ?

Rückblick

Es brennt mir unter beiden Sohlen,
Tret' ich auch schon auf Eis und Schnee,
Ich möcht' nicht wieder Atem holen,
Bis ich nicht mehr die Türme seh'.

Hab' mich an jedem Stein gestoßen,
So eilt' ich zu der Stadt hinaus;
Die Krähen warfen Bäll' und Schloßen
Auf meinen Hut von jedem Haus.

Wie anders hast du mich empfangen,
Du Stadt der Unbeständigkeit !
An deinen blanken Fenstern sangen
Die Lerch' und Nachtigall im Streit.

Die runden Lindenbäume blühten,
Die klaren Rinnen rauschten hell,
Und ach, zwei Mädchenaugen glühten. -
Da war's gescheh'n um dich, Gesell !

Kommt mir der Tag in die gedanken,
Möcht' ich noch einmal rückwärts seh'n.
Möcht' ich zurücke wieder wanken,
Vor ihrem Hause stille steh'n.

Irrlicht

In die tiefsten Felsengründe
Lockte mich ein Irrlicht hin;
Wie ich einen Ausgang finde,
Liegt nicht schwer mir in dem Sinn.

Bin gewohnt das Irregehen,
's führt ja jeder Weg zum Ziel;
Uns're Freuden, uns're Wehen,
Alles eines Irrlichts Spiel !

Durch des Bergstroms trockne Rinnen
Wind' ich ruhig mich hinab,
Jeder Strom wird's Meer gewinnen,
Jedes Leiden auch sein Grab.

Rast

Nun merk' ich erst wie müd' ich bin,
Da ich zur Ruh' mich lege;
Das Wandern hielt mich munter hin
Auf unwirtbarem Wege.

Die Füße frugen nicht nach Rast,
Es war zu kalt zum Stehen;
Der Rücken fühlte keine Last,
Der Sturm half fort mich wehen.

In eines Köhlers engem Haus
Hab' Obdach ich gefunden.
Doch meine Glieder ruh'n nicht aus:
So brennen ihre Wunden.

Auch du, mein Herz, in Kampf und Sturm
So wild und so verwegen,
Fühlst in der Still' erst deinen Wurm
Mit heißem Stich sich regen !

Frühlingstraum

Ich träumte von bunten Blumen,
So wie sie wohl blühen im Mai;
Ich träumte von grünen Wiesen,
Von lustigem Vogelgeschrei.

Und als die Hähne krähten,
Da ward mein Auge wach;
Da war es kalt und finster,
Es schrien die Raben vom Dach.

Doch an den Fensterscheiben,
Wer malte die Blätter da ?
Ihr lacht wohl über den Träumer,
Der Blumen im Winter sah ?

Ich träumte von Lieb um Liebe,
Von einer schönen Maid,
Von Herzen und von Küssen,
Von Wonne und Seligkeit.

Und als die Hähne krähten,
Da ward mein Herze wach;
Nun sitz' ich hier alleine
Und denke dem Traume nach.

Die Augen schließ' ich wieder,
Noch schlägt das herz so warm.
Wann grünt ihr Blätter am Fenster ?
Wann halt' ich mein Liebchen im Arm ?

Einsamkeit

Wie eine trübe Wolke
Durch heit're Lüfte geht,
Wenn in der Tanne Wipfel
Ein mattes Lüftchen weht:

So zieh ich meine Straße
Dahin mit trägem Fuß,
Durch helles, frohes Leben
Einsam und ohne Gruß.

Ach, daß die Luft so ruhig !
Ach, daß die Welt so licht !
Als noch die Stürme tobten,
War ich so elend nicht.

Die Post

Von der Straße her ein Posthorn klingt.
Was hat es, daß es so hoch aufspringt,
Mein Herz ?

Die Post bringt keinen Brief für dich.
Was drängst du denn so wunderlich,
Mein Herz ?

Nun ja, die Post kommt aus der Stadt,
Wo ich ein liebes Liebchen hat,
Mein Herz !

Willst wohl einmal hinüberseh'n
Und fragen, wie es dort mag geh'n,
Mein Herz ?

Der greise Kopf

Der Reif hatt' einen weißen Schein
Mir übers Haar gestreuet;
Da glaubt' ich schon ein Greis zu sein
Und hab' mich sehr gefreuet.

Doch bald ist er hinweggetaut,
Hab' wieder schwarze Haare,
Daß mir's vor meiner Jugend graut -
Wie weit noch bis zur Bahre !

Vom Abendrot zum Morgenlicht
Ward mancher Kopf zum Greise.
Wer glaubt's ? und meiner ward es nicht
Auf dieser ganzen Reise !

Die Krähe

Eine Krähe war mit mir
Aus der Stadt gezogen,
Ist bis heute für und für
Um mein Haupt geflogen.

Krähe, wunderliches Tier,
Willst mich nicht verlassen ?
Meinst wohl, bald als Beute hier
Meinen Leib zu fassen ?

Nun, es wird nicht weit mehr geh'n
An dem Wanderstabe.
Krähe, laß mich endlich seh'n
Treue bis zum Grabe !

Letzte Hoffnung

Hie und da ist an den Bäumen
Manches bunte Blatt zu seh'n,
Und ich bleibe vor den Bäumen
Oftmals in Gedanken steh'n.

Schaue nach dem einen Blatte,
Hänge meine Hoffnung dran;
Spielt der Wind mit meinem Blatte,
Zittr' ich, was ich zittern kann.

Ach, und fällt das Blatt zu Boden,
Fällt mit ihm die Hoffnung ab;
Fall' ich selber mit zu Boden,
Wein' auf meiner Hoffnung Grab.

Im Dorfe

Es bellen die Hunde, es rasseln die Ketten;
Es schlafen die Menschen in ihren Betten,
Träumen sich manches, was sie nicht haben,
Tun sich im Guten und Argen erlaben;

Und morgen früh ist alles zerflossen.
Je nun, sie haben ihr Teil genossen
Und hoffen, was sie noch übrig ließen,
Doch wieder zu finden auf ihren Kissen.

Bellt mich nur fort, ihr wachen Hunde,
Laßt mich nicht ruh'n in der Schlummerstunde !
Ich bin zu Ende mit allen Träumen.
Was will ich unter den Schläfern säumen ?

Der stürmische Morgen

Wie hat der Sturm zerrissen
Des Himmels graues Kleid !
Die Wolkenfetzen flattern
Umher im matten Streit.

Und rote Feuerflammen
Zieh'n zwischen ihnen hin;
Das nenn' ich einen Morgen
So recht nach meinem Sinn !

Mein Herz sieht an dem Himmel
Gemalt sein eig'nes Bild -
Es ist nichts als der Winter,
Der Winter kalt und wild !

Täuschung

Ein Licht tanzt freundlich vor mir her,
Ich folg' ihm nach die Kreuz und Quer;
Ich folg' ihm gern und seh's ihm an,
Daß es verlockt den Wandersmann.

Ach ! wer wie ich so elend ist,
Gibt gern sich hin der bunten List,
Die hinter Eis und Nacht und Graus,
Ihm weist ein helles, warmes Haus.

Und eine liebe Seele drin. -
Nur Täuschung ist für mich Gewinn !

Der Wegweiser

Was vermeid' ich denn die Wege,
Wo die ander'n Wand'rer geh'n,
Suche mir versteckte Stege,
Durch verschneite Felsenhöh'n ?

Habe ja doch nichts begangen,
Daß ich Menschen sollte scheu'n, -
Welch ein törichtes Verlangen
Treibt mich in die Wüstenei'n ?

Weiser stehen auf den Straßen,
Weisen auf die Städte zu.
Und ich wandre sonder Maßen
Ohne Ruh' und suche Ruh'.

Einen Weiser seh' ich stehen
Unverrückt vor meinem Blick;
Eine Straße muß ich gehen,
Die noch keiner ging zurück.

Das Wirtshaus

Auf einen Totenacker
Hat mich mein Weg gebracht;
Allhier will ich einkehren,
Hab ich bei mir gedacht.

Ihr grünen Totenkränze
Könnt wohl die Zeichen sein,
Die müde Wand'rer laden
Ins kühle Wirtshaus ein.

Sind denn in diesem Hause
Die Kammern all' besetzt ?
Bin matt zum Niedersinken,
Bin tödlich schwer verletzt.

O unbarmherz'ge Schenke,
Doch weisest du mich ab ?
Nun weiter denn, nur weiter,
Mein treuer Wanderstab !

Mut

Fliegt der Schnee mir ins Gesicht,
Schüttl' ich ihn herunter.
Wenn mein Herz im Busen spricht,
Sing' ich hell und munter.

Höre nicht, was es mir sagt,
Habe keine Ohren;
Fühle nicht, was es mir klagt,
Klagen ist für Toren.

Lustig in die Welt hinein
Gegen Wind und Wetter !
Will kein Gott auf Erden sein,
Sind wir selber Götter !

Die Nebensonnen

Drei Sonnen sah ich am Himmel steh'n,
Hab' lang und fest sie angeseh'n;
Und sie auch standen da so stier,
Als wollten sie nicht weg von mir.

Ach, meine Sonnen seid ihr nicht !
Schaut ander'n doch ins Angesicht !
Ja, neulich hatt' ich auch wohl drei;
Nun sind hinab die besten zwei.

Ging nur die dritt' erst hinterdrein !
Im Dunkel wird mir wohler sein.

Der Leiermann

Drüben hinterm Dorfe
Steht ein Leiermann
Und mit starren Fingern
Dreht er was er kann.

Barfuß auf dem Eise
Wankt er hin und her
Und sein kleiner Teller
Bleibt ihm immer leer.

Keiner mag ihn hören,
Keiner sieht ihn an,
Und die Hunde knurren
Um den alten Mann.

Und er läßt es gehen,
Alles wie es will,
Dreht, und seine Leier
Steht ihm nimmer still.

Wunderlicher Alter !
Soll ich mit dir geh'n ?
Willst zu meinen Liedern
Deine Leier dreh'n ?